Mittwoch, 13. März 2013

Das Museum Aargau in der Schweiz mit neuem Sammlungsschwerpunkt Industrial Design




Die Historische Sammlung des Museum Aargau ist das Objektarchiv des Kantons Aargau und umfasst Zehntausende von Gegenständen von der Antike bis zur Gegenwart

Frosch und Studien (Bild: Regula Bearth, ZHdK)

(lifePR) (Wildegg, 13.03.2013) Der jüngste Sammlungsschwerpunkt «Industriekultur» soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden und vermehrt auch das Industrial Design berücksichtigen. Jüngster Ankauf im Bereich Industrial Design ist der Kinderschlitten «Frosch», den die 27jährige Produkte- und Industriedesignerin Christa Rüetschi aus Suhr nach einem Schlittenmodell ihres Gränicher Urgrossvaters weiterentwickelt hat. Der neue «Frosch» ist um einiges leichter als die Variante ihres Urgrossvaters, der damals als «Chüttiger Frosch» bekannt war. Während das alte Modell noch aus Buchenholz geschaffen war, hat Christia Rüetschi ihr Modell aus Esche entwickelt. Zudem hat sie den Schlitten verleimt und nicht mehr mit Metall zusammengehalten, was ebenfalls Gewicht spart. Für Rudolf Velhagen, seit letzten September Leiter der Historischen Sammlung des Museum Aargau, zeigt Christa Rüetschis «Frosch» beispielhaft, wie historische Objekte nach wie vor eine wichtige Inspirationsquelle für junge Designerinnen und Designer sind. Velhagen möchte diesen Brückenschlag zwischen Alt und Neu in den kommenden Jahren mit der Erwerbung von Objekten aus dem Bereich des Industrial Design vermehrt berücksichtigen.

Öffentliche Führungen durch das Sammlungsdepot finden wie folgt statt

  • Sonntag, 21. April 2013, 14.00 Uhr
  • Dienstag, 23. April 2013, 18.00 Uhr
  • Dienstag, 20. August 2013, 18.00 Uhr

Ort: Binzenholzstrasse 424, 5704 Egliswil


Von der Kerze zur Bauhaus-Lampe: Eine kleine Geschichte der Beleuchtung

Anhand von ausgewählten Objekten der Historischen Sammlung gehen wir der wechselvollen Geschichte der künstlichen Beleuchtung nach. Bis vor kaum mehr als hundert Jahren war die offene Flamme das weit verbreitetste Beleuchtungsmittel für den Hausgebrauch, wie dies die heute vor allem im festlichen Rahmen verwendete Kerze sowie unzählig erhaltene Öl- und Petroleumlampen bezeugen.

Während das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte Gaslicht wegen seines schlechten Geruchs kaum Eingang in die Wohnzimmer fand, erfolgte mit der zunehmenden Verbreitung des elektrischen Lichts zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein bis heute andauernder gesellschaftlicher Prozess. So war es im Zuge der Industrialisierung plötzlich möglich, rund um die Uhr zu arbeiten.

Die in der Historischen Sammlung Museum Aargau aufbewahrten Beleuchtungsobjekte dokumentieren anschaulich die Geschichte der künstlichen Beleuchtung, die bis heute mit der Energie- und «Glühbirnen-Debatte» die Gemüter erhitzt. Besondere Bedeutung kommt dabei der Firma BAG Turgi zu, die von 1909 bis 1998 Haushaltgeräte und Lampen herstellte. Mit Modellen wie der von Alfred Müller in den 1930er Jahren entworfenen Schreibtischlampe Quick 1500, die als Schweizer Bauhaus-Lampe gilt, hat die Aargauer Firma Designgeschichte geschrieben.

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