Dienstag, 16. April 2013

design report award: Poesie punktet

 

Edward Linacre

Zusammen mit vier anderen jungen australischen Designern gehörte Edward Linacre zu den Glücklichen, denen „Melbourne Movement“, eine von Kjell Grant ins Leben gerufene Förderorganisation, den teuren Trip nach Mailand ermöglicht hatte. Der in Melbourne und Hildesheim ausgebildete Gestalter präsentierte die Hängeleuchte „Nest“, deren Schirm aus einer Vielzahl hauchdünner, CNC-gefräster Bambusplatten besteht. Der Nutzer erwirbt sie im Paket und setzt sie zuhause zusammen.

„Durch die Reduzierung des Produktvolumens“, so Linacre, „lässt sich beim Transport bekanntlich
viel Energie einsparen.“ Dieser umweltfreundliche Aspekt des Entwurfs gefiel den Juroren genau so gut wie der formale: Vor allem die kunstvolle Wabenstruktur im Inneren des kuppelförmigen Schirms begeisterte sie.

Studiobject

Der Schwede Petter Thörne sowie die Briten Sam Weller und Nic Wallenberg lernten sich während ihres Designstudiums am Londoner Royal Collage of Art kennen und starteten 2012 das Projekt Studiobject als eine Plattform für gelegentliche gemeinsame Aktivitäten. In Mailand zeigte das Team mit „In Wire“ eine Reihe von praktischen, formal ansprechenden und perfekt produzierten Büro- Accessoires aus Draht, ergänzt durch zwei Tische und eine Schublade. Zu den Highlights der vom schwedischen Hersteller Trådartiklar AB gefertigten Draht-Kollektion zählen eine Wandgarderobe aus beliebig konfigurierbaren Modulen sowie ein Schubladenmechanismus, der sich unter jeden Holztisch schrauben lässt.

Studio Gorm

Studio Gorm ist ein Familienunternehmen. Der US-Amerikaner John Arndt und die gebürtige Koreanerin Wonhee Jeong Arndt studierten an der Design Academy Eindhoven, bevor sie heirateten und 2006 in Rotterdam ihr eigenes Büro gründeten, das sie mittlerweile in Eugene, Oregon, betreiben. Die unprätentiösen und stets funktionalen Entwürfe des Paares kombinieren die schlichte Eleganz der Shaker-Möbel mit zeitgemäßem Minimalismus. In Mailand zeigten die beiden diverse Teppiche, zwei Stühle, einen Beistelltisch sowie einen Korb, der auch als Tablett dienen kann. Besonders der handliche „Basket Tray“ mit Kunststoff-Korpus und hölzernem Griff punktete bei der Jury.

Die Jury

Auch in diesem Jahr bewältigten die Experten, die über die Preisvergabe zu entscheiden hatten, ihre anstrengende Arbeit mit viel Engagement, Sachverstand und Humor. Als Juroren fungierten die Designer Younes Douret aus Marokko, Benjamin Hubert aus England und Nicola Stattmann aus Deutschland sowie Professor Kuno Prey aus Südtirol und die Droog Design-Direktorin Renny Ramakers aus den Niederlanden. Die Leitung der Jury oblag dem design report-Chefredakteur Lars Quadejacob.

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