Donnerstag, 25. Juli 2013

Ausstellung in Wien: Simon Denny - The Personal Effects of Kim Dotcom

Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien
Museumsplatz 1 | 1070 Wien
5. Juli – 13. Oktober 2013


Das Unternehmen Megaupload des gebürtigen Deutschen Kim Dotcom war einer der beliebtesten Filesharing-Services im Internet. Das Gerichtsverfahren rund um seine Schließung hatte beispiellose Folgen für den grenzüberschreitenden Datenaustausch, die internationale Rechtslage und auch für die lokale Medienlandschaft Neuseelands. Megaupload und Megavideo wurden im Januar 2012 nach Ermittlungen des FBI sowie einer Klage eines US-Gerichts geschlossen. Begründet wurde dieser Schritt von den Behörden mit der Notwendigkeit, „einer weltweit operierenden kriminellen Organisation Einhalt zu gebieten, deren Mitglieder Urheberrechtsverletzungen gewaltigen Ausmaßes und die Geldwäsche ungeheurer Summen betrieben, wodurch ein Gesamtschaden von mehr als 500 Millionen US-Dollar entstand".

Bei der Razzia im Januar 2012 auf Dotcoms Anwesen in Coatesville, im Zuge derer Dotcom festgenommen und seine Websites geschlossen wurden, beschlagnahmte die neuseeländische Polizei zahlreiche Gegenstände. Diese umfassten 175 Millionen US-Dollar Bargeld, 60 Dell-Server, 22 Luxusautos sowie eine Vielzahl an Bildschirmen und Kunstwerken. Obwohl die Rechtmäßigkeit dieser Polizeiaktion in der Folge bestritten wurde, gab es allein angesichts der Delikte, derer Dotcom beschuldigt wurde, eine weltweite Diskussion über Eigentumsrechte und den Austausch von Daten.
Simon Denny (geb. 1982 in Auckland, Neuseeland) arrangiert im mumok alle 110 Objekte der Beschlagnahmungsliste zu einer raumgreifenden Installation, die Bilder, Dateien, Firmendaten und private Gegenstände umfasst. Von einer lebensgroßen Predator-Statue über drei Kubikmeter Bargeld bis zu einem exquisiten „Arbeitsbett“ und verschiedenen Kunstwerken.

Das Ergebnis bezeichnet Denny als „Anhäufung von Kopien, Plagiaten und Imitaten des ‚echten‘ Diebesguts“. Diese „lässt mit Händen greifen, worum es in der derzeit wichtigsten juristischen Diskussion geht; es geht um Grenzen, Gesetze, Unterhaltung und die Definition dessen, was Diebstahl, Überwachung und Eigentum heute bedeuten“.

Simon Denny, der 2012 bei den Art Basel Statements mit dem Baloise Kunst-Preis ausgezeichnet  wurde, beschäftigt sich mit der Entwicklung und den Widersprüchen unserer durchgehend mediatisierten Gesellschaft. Seine Installationen, Objekte und Projekte thematisieren die dynamischen Wechselwirkungen zwischen Medien, Handel, Ästhetik und Politik – und deren permanente und rapide veraltenden Verheißungen des Neuen.

Ausstellungsansicht / Exhibition view
Simon Denny. The Personal Effects of Kim Dotcom, mumok, Wien, 5.7.–13.10.2013
Photo: Gregor Titze
© mumok / Simon Denny

Ausstellungsansicht / Exhibition view
Simon Denny. The Personal Effects of Kim Dotcom, mumok, Wien, 5.7.–13.10.2013
Photo: Gregor Titze
© mumok / Simon Denny

Ausstellungsansicht / Exhibition view
Simon Denny. The Personal Effects of Kim Dotcom, mumok, Wien, 5.7.–13.10.2013
Photo: Gregor Titze
© mumok / Simon Denny


Ausstellungsansicht / Exhibition view
Simon Denny. The Personal Effects of Kim Dotcom, mumok, Wien, 5.7.–13.10.2013
Photo: Gregor Titze
© mumok / Simon Denny


Räumung der Villa von Kim Dotcom in Coatesville, 30 Kilometer nordwestlich von Auckland, durch die neuseeländische Polizei im Januar 2012 / Kim Dotcom’s villa in Coatesville, 30 km northwest of Auckland, is raided by the New Zealand police in January 2012.
© Photo: The New Zealand Herald


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