Donnerstag, 18. Juli 2013

Fur Free Retailer Programm – Modetage in Düsseldorf starten mit kontroversem Thema

Am vergangenen Dienstag lud der designertreff düsseldorf zu einer Vortragsveranstaltung mit dem Titel „Fur Free Retailer Zertifikat. Saubere Geschäfte ohne Pelz“ ein. Die rund 40 Teilnehmer erlebten im Vorfeld der CPD Düsseldorf einen ebenso emotionalen wie informativen Abend, der reichlich Stoff für leidenschaftliche Debatten lieferte.

DÜSSELDORF – Designer haben eine Schlüsselposition. Ihre Arbeit entscheidet wie die Produkte letztendlich aussehen. Somit nehmen sie direkten Einfluss darauf, ob und wie weit diese Produkte nachhaltig produziert werden. Der designertreff düsseldorf möchte mit jährlichen Ethik-Veranstaltungen bei den Designern das Bewusstsein dafür wecken, sie inspirieren und motivieren, ihre Verantwortung zu erkennen und zu übernehmen. Mit dem Ansatz die Keimzelle, eben die Designer, anzusprechen und nicht wie üblich die Endkonsumenten, gehört der designertreff düsseldorf sicherlich beim Thema Pelz zu den Vorreitern in Deutschland.



v.l.n.r.: Dr. Martina Stephany (Vier Pfoten), Yvonne Nottebrock (Vier Pfoten), 
Bianca Seidel (designertreff düsseldorf), Ulrike Schöpfel (Esprit),
Bärbel Zech (Unechta) | Photocredit: designertreff düsseldorf


Dass dieses Konzept aufgeht, zeigte die Veranstaltung „Fur Free Retailer Zertifikat. Saubere Geschäfte ohne Pelz“ am vergangenen Dienstag. Trotz des schwierigen Themas und Biergartenwetters diskutierten die Teilnehmer leidenschaftlich und durchaus kontrovers. Die nötigen Impulse für die anregende und angeregte Debatte lieferten namhafte Referenten. Bianca Seidel, Initiatorin des designertreff düsseldorf, betonte in ihrer  Begrüßung, dass zwar der Verbraucher die Produkte kauft, der Designer sie aber erschafft. Als Schöpfer der Produkte hätte er zwangsläufig eine besondere Verantwortung.

Frau Ulrike Schöpfel, Head of Quality Assurance bei ESPRIT erläuterte das bereits bei der Unternehmensgründung verankerte Nachhaltigkeitskonzept des Unternehmens, zu dem auch die Verpflichtung gehört keine Pelze zu verarbeiten. Wichtig ist es aber aus Sicht von ESPRIT, dass die Unternehmen gemeinsam und vernetzt innerhalb von seriösen Programmen Verantwortung übernehmen. Denn so lässt sich viel mehr erreichen. Aus diesem Grund ist ESPRIT dem Fur Free Retailer Programm beigetreten.

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten, die das internationale „Fur Free Retailer Programm“ exklusiv in Deutschland und Österreich vertritt, stellte im Anschluss die Eckpfeiler des Programms und die dahinterliegende Philosophie vor. Es ginge darum, so die Kampagnenleiterin des Fur Free Retailer Programms Dr. Martina Stephany, Bewusstsein zu schaffen, nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern im Dialog mit den Unternehmen.

Abschließend berichte die Düsseldorfer Modedesignerin Bärbel Zech vom Erfolg ihres Labels Unechta. Ihre Kunstpelzkollektion stößt seit ihrer Nominierung zum German Design Award 2013 auf wachsende Nachfrage beim Handel und wird bereits im kommenden Winter in mehr als 100 Läden bundesweit zu finden sein.

„Für mich war es eine Selbstverständlichkeit dem Fur Free Retailer Programm beizutreten. Schließlich ist es die Philosophie meines Unternehmens, ohne Tierleid schöne Kollektionen zu entwickeln“, so die Designerin, die seit April dieses Jahres zertifiziert ist.   

Die Veranstalter und die Referenten zeigten sich hoch erfreut über die sehr positive Resonanz. Das zeige, so Bianca Seidel und Immo Schiller vom designertreff düsseldorf, dass die jährlich geplante Ethik-Vortragsreihe ein Weg ist, der sich fortzusetzen lohnt.

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