Dienstag, 20. August 2013

Grafik-Portfolio "Federico Garcia Lorca" – Ausstellung von art place berlin

Arbeiten von Roberto Matta (links) und Luis Gordillo
(rechts) aus der grafischen Mappe Federico Garcia Lorca
Grafiken von 50 renommierten Künstler/innen aus 22 Ländern zeigt die aktuelle Ausstellung von “art place berlin“ im Park Inn Berlin-Alexanderplatz – bis 30.10.2013

Die Arbeiten sind dem Dichter und Dramatiker Federico Garcia Lorca gewidmet, der nach seiner Ermordung 1936 weit über die Grenzen Spaniens hinaus zur Symbolfigur politischer, intellektueller und künstlerischer Freiheit wurde.

Mit ihren Werken setzen die beteiligten Künstler/innen ein Zeichen für Verständigung, Toleranz und die Freiheit des Individuums. Einige der Beteiligten mussten eigene Erfahrungen mit dem Leben in einem totalitären Staat machen. Weltbekannte Namen finden sich unter den beteiligten Künstler/innen wie Christo & Jeanne Claude, Arman, Corneille, Lüpertz,

Vedova, Kounellis, um nur einige zu nennen. Auch Roberto Matta ist mit einem Werk vertreten, der Garcia Lorca noch persönlich begegnet war.

Die Garcia Lorca-Mappe ist nicht zuletzt ein Appell, alles "nicht zur furchtbaren Wiederholung" werden zu lassen, zur Wiederholung eines sinnlosen Todes in einer sinnlosen, da auf Hass, Unverständnis und Gewalt beruhenden Welt, so der Dichter in seinem letzten Drama "Bernarda Albas Haus".

Posthum gereicht das Grafik-Portfolio nun auch den beteiligten Künstler/innen zu besonderer Erinnerung, die inzwischen verstarben - Arman, Miguel Berrocal, Jeanne-Claude, Corneille, Josep Guinovart, Ivan Lesiak, Bengt Lindström, Roberto Matta, Jean Messagier, Aldo Mondino, Edo Murtic, Jésus Raphael Soto, und Emilio Vedova.


Die Idee für die Grafische Mappe Federico Garcia Lorca wurde im Winter 1977 in Madrid geboren. Der Kurator und Kunstsammler Toni Politeo wollte dem Dichter ein Denkmal setzen. Internationale Künstler sollten die Beiträge liefern in Gedenken an ein Genie, den Dichter und Dramatiker, Musiker und Maler, Freidenker und Reformer, den Freund von Salvador Dali und Luis Buñuel.

Auf Reisen rund um die Welt gewann Politeo für seine Idee Künstler und Künstlerinnen aus 22 Ländern - von China bis nach Chile. Viele bekannte Persönlichkeiten unterstützten ihn, darunter der Kunstkritiker Pierre Restany, der 1960 den "Nouveaux Réalistes" ihren Namen gab.

Im Sommer 2003 war das Projekt vollendet und Arbeiten von 50 Künstlern wurden schließlich für das Grafik Portfolio ausgewählt:

 AGAM Israel, ARMAN USA, BERROCAL Spanien, BOGAERT Niederlande, BRACCHITTA Italien, BRANDES Dänemark, BUCAN Kroatien, CANOGAR Spanien, CAPA Spanien, CARUNCHO Spanien, CHRISTO UND JEANNE-CLAUDE USA, COGNEE Frankreich, COMBAS Frankreich, CORNEILLE Niederlande, DE GUIMARAES Portugal, ERRÓ Island, GIRBES Spanien, GORDILLO Spanien, GUINOVART Spanien, KLASEN Deutschland, KOCHI Japan, KOUNELLIS Griechenland, KOZARIC Kroatien, KRIKI Frankreich, KUCKEI Deutschland, LEIBERG Deutschland, LESIAK Kroatien, LINDSTRÖM Schweden, LLONA Peru, LÜPERTZ Deutschland, MARKOS Ungarn, MATTA Chile, MA TSE LIN China, MESSAGIER Frankreich, MIOTTE Frankreich, MONDINO Italien, MOYA Spanien, MURTIC Kroatien, NOVAK Kroatien, RANCILLAC Frankreich, SCHLEIME Deutschland, SELDEN USA, SEGUI Argentinien, SOTO Venezuela, STÄMPFLI Schweiz, SUNAGAWA Japan, TEXIER Frankreich, VEDOVA Italien, VELICKOVIC Frankreich, YUN HYONG KEUN Korea,

Die Garcia Lorca-Mappe mit farbigen Lithografien und Siebdrucken, entstanden ab den 1990ern, wurde nicht nur zur Hommage an Federico Garcia Lorca, sie wurde zugleich ein Parcours durch die internationale zeitgenössische Kunst um die Jahrtausendwende und ein kultur- und kunsthistorisch bedeutsames Zeitdokument.

Musikalität, Mystik und Metaphorik prägen Garcia Lorcas virtuose Sprache, die im Grafik-Portfolio durch die Vielzahl und Internationalität der beteiligten Künstler einen kongenialen Ausdruck fand. Dem sprachlichen Reichtum Garcia Lorcas entspricht die stilistische Vielfalt und Farbgewalt der Grafiken, die sich vom Figürlich-Naturalistischen wie bei Markus Lüpertz und Cornelia Schleime über einen abstrakten bzw. geometrischen Expressionismus wie bei Edo Murtic oder Peter Stämpfli bis hin zur buchstäblichen "Denkschrift" wie bei Paul Bogaret und einer zeichenhaften Abstraktion wie bei Jésus Raphael Soto bewegen.

Ausstellung: Graphic Portfolio – Federico Garcia Lorca
Bis 30.10.2013, täglich 9 – 21 Uhr, Eintritt frei
art place berlin – Forum für zeitgenössische Kunst
Park Inn Berlin-Alexanderplatz
Alexanderplatz 7, 10178 Berlin
www.art-place-berlin.com

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