Donnerstag, 10. Oktober 2013

B3 Biennale in Frankfurt: Neues Erzählen in bewegten Bildern

Frankfurt am Main, 03.09.201. Das Programm für die erste Ausgabe der B3 Biennale des bewegten Bildes, die vom 30. Oktober bis zum 03. November 2013 in Frankfurt und der Rhein-Main-Region stattfinden wird, steht. Einige Highlights aus dem Programm stellte Prof. Bernd Kracke, Leiter der B3, nun anlässlich der Eröffnung der Ausstellung »Dreh Dein Ding« im Frankfurter Museum für Kommunikation vor. Mit der Schau beteiligt sich das Museum am B3 Parcours.

Diskurs über das bewegte Bild

B3 bringt Künstler, Filmemacher, Designer, Internetspezialisten, SocialMedia-Aktivisten, Gamesentwickler und Wissenschaftler zusammen, um über die Chancen und Möglichkeiten des bewegten Bildes zu sprechen. Im Festivalzentrum treffen die wichtigsten Köpfe der verschiedenen Medien und Genres aufeinander. Zentrales Leitthema der B3 ist dabei »Expanded Narration. Das neue Erzählen«. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen in den Themenfeldern Serien, Games, Immersion, Transmedia, Kino, Kunst und Wissenschaft.

Über hundert Teilnehmer aus aller Welt werden den vielstimmigen Diskurs während der B3 prägen und vorantreiben. So wird zum Beispiel Theaterstar Robert Wilson einen Einblick in sein Schaffen geben und über seinen kreativen Umgang mit unterschiedlichsten Medien sprechen. Wilson war einer der ersten, der medienübergreifendes Erzählen auf einer Theaterbühne erprobte.

Ebenfalls zu Gast bei B3 ist die New Yorker Künstlerin Laurie Anderson, eine stilprägende Pionierin der Multimedia-Kunst. Mit ihren Performances und Livekonzerten prägt sie die Kunstszene seit mehreren Jahrzehnten maßgeblich. Bei der Biennale des bewegten Bildes wird Anderson im Frankfurter Club Gibson den B3 Preis für ihr Lebenswerk erhalten und anschließend ein exklusives Clubkonzert spielen.

Serien

Ein wichtiger Schwerpunkt der B3 sind die neuen spektakulären Fernsehserien, die als »Mega Movies« gelten. Die Biennale initiiert ein Gipfeltreffen der kommenden Stars des Genres: Die amerikanische Regisseurin Veena Sud stellt ihre Serie »The Killing« vor, die Norweger Øystein Karlsen und Anders Tangen präsentieren ihre Serienhits »DAG« und »Lillyhammer«. Christoph Dreher zeigt, noch vor der TV-Erstausstrahlung bei arte, seine Dokumentation »It’s More Than TV«, die die wichtigsten Protagonisten der amerikanischen Szene unter die Lupe nimmt. Und mit Tom Fontana, verantwortlich für die erfolgreiche amerikanische TV-Serie »OZ« und die aktuell laufende Serie »Borgia«, präsentiert B3 einen der wichtigsten Showrunner weltweit im Frankfurter Kunstverein.

Games

Neue Erzählformate werden auch bei der Entwicklung von Computerspielen erprobt. Die Britin Rhianna Pratchett, die den Relaunch von »Tomb Raider« verantwortete, gilt als Star der Branche. Bei B3 wird sie darüber sprechen, wie sie Charaktere und Handlungen für virtuelle Abenteuer entwirft. Eine der aktuell innovativsten Games-Design-Firmen, Crytek, stammt aus Frankfurt.Auf der Biennale des bewegten Bildes werden sie ihre neustes Produkt, die Cinebox, präsentieren.

Immersion

Erzählen im Raum, Narrative Spaces, Fassadenprojektionen und Kuppelfilme: Das bewegte Bild erobert den öffentlichen Raum. Die B3 Biennale bringt Kreative aus aller Welt zusammen, die über die Möglichkeiten von Immersion diskutieren: Leigh Sachwitz von der Berliner Agentur »flora&faunavisions«, Alexis Anastasiou von »Visual Farm« aus Brasilien, der Medienwissenschaftler Erkki Huathamo von der University of California, Los Angeles, der mit seinem Buch »Illusions in Motion« die Entwicklung vom Panorama zur multimedialen Immersion nachzeichnete und viele mehr werden sich mit diesem Schwerpunkt auseinandersetzen. Und in der Weißfrauenkirche im Frankfurter Bahnhofsviertel wird während der Laufzeit der Biennale ein umfangreiches Screeningprogramm von Dome-Filmen, kuratiert von Rotraut Pape (Professorin für Film/Video an der Hochschule für Gestaltung Offenbach) stattfinden.

Transmedia

Die digitale Revolution hat neue transmediale, die unterschiedlichen Medien vernetzende Erzählformen entstehen lassen. Die Biennale des bewegten Bildes zeigt die innovative Kraft dieser neuen Formate und stellt wichtige Macher vor: Janna Nandzik und Alain Bieber werden das spannende Transmediaprojekt »About:Kate« (arte) präsentieren. Die Franzosen Michel Reilhac und Pierre Cattan berichten von der Entwicklung der spektakulären »CinemaCity«-App. Die Brüder Arman und Arash T. Riahi stellen »Everyday Rebellion« vor: eine Website, die über die gewaltfreien Protestgruppen des arabischen Frühlings informiert und aus der nun ein Film entstehen soll.

Kino

B3 liefert Raum für cineastische Experimente, ist auf der Suche nach dem neuen Kino. Dabei zeigt die Biennale Positionen, die außergewöhnliche Wege gehen, die Medien miteinander verbinden oder das Kino mit der Bildenden Kunst vernetzen. Zum Beispiel wird Ziad Doueiri mit »L’Attaque« einen radikalen filmischen Blick auf den Nahost-Konflikt präsentieren. Der Brasilianer Cesar Oiticica Filho zeigt in seiner preisgekrönten Dokumentation »Hélio Oiticica«, wie sich mit gefundenem Material eine neue Geschichte erzählen lässt. Für die B3 wird er einen Filmabend mit exklusivem Material aus dem Nachlass des Künstlers Hélio Oiticica gestalten und eine Masterclass halten. Der Australier Matthew Saville, der mit seinem Film »Felony« auf dem Toronto Filmfestival in Kürze Premiere feiert, wird ein Blick in seine Arbeit als Regisseur für klassische Film- und TV-Produktionen gewähren.

Kunst

Die Bedeutung von bewegten Bildern in der Bildenden Kunst wächst von Jahr zu Jahr. Der B3 Parcours, der in Zusammenarbeit mit wichtigen Museen, Galerien und Institutionen der Rhein-Main-Region entstanden ist, trägt bedeutende zeitgenössische Positionen zusammen. Künstler wie Jesper Just oder Jeroen de Rijke und Willem de Rooij stellen im Filmmuseum ihre Auseinandersetzungen mit dem Werk des legendären Filmemachers Rainer Werner Fassbinder vor. In der Basis werden unter dem Titel »Taming the Narrative« zum Beispiel Arbeiten von Keren Cytter, Sven Johne und John Skoog gezeigt. Der Frankfurter Kunstverein (gleichzeitig Festivalzentrum der B3) steuert die Ausstellung »Per Speculum Me Video« mit Künstlern wie Martin Brand, Manuela Kasemir, Benny Nemerofsky Ramsay und Eva Weingärtner bei. Im neuen Atelierfrankfurt werden einige Deutschlandpremieren, etwa von Candice Breitz und Richard Mosse (in Kooperation mit der Kelterborn/OSMO Collection) präsentiert.

Wissenschaft

Viel Raum gibt B3 der wissenschaftlichen und diskursiven Auseinandersetzung mit den Phänomenen der Bewegtbildkultur. So wird zum Beispiel Prof. Juliane Rebentisch ihre Überlegungen zum Themenkomplex »Die Erzählung des Lebens. Zur Dekonstruktion des Biopic in Todd Haynes’ I’m Not There« vorstellen. Das Frankfurter Exzellenzcluster »Die Herausbildung normativer Ordnungen« (Goethe-Universität) beteiligt sich mit insgesamt sechs Vorträgen an dem Projekt. Prof. Marc Ries von der Hochschule für Gestaltung Offenbach wird schließlich zusammen mit einigen Autoren der Publikation das eigens zur Biennale entstehende Buch zum Leitthema »Expanded Narration. Das neue Erzählen« präsentieren.

Tickets können ab jetzt zum vergünstigten Early-Bird-Preis über die Webseite www.b3biennale.com gekauft werden.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen