Mittwoch, 12. Februar 2014

Rolf Sachs „typisch deutsch?“ - Eine Auseinandersetzung mit Eigenschaften und Klischees

Museum für Angewandte Kunst Köln
14. Januar bis 20. April 2014

Was ist typisch deutsch? Ist es die Liebe zum Gartenzwerg, zur Gemütlichkeit und zum Bier? Sind die Tugenden der Ordnungsliebe, der Pünktlichkeit und des Pflichtbewusstseins prägend für eine ganze Nation? Das Wesen der deutschen Identität scheint schwer in Worte zu fassen zu sein.

Porträtfoto von Rolf Sachs, 2013 © Rolf Sachs / Foto: Byron Slater


In der Ausstellung „typisch deutsch?“ verdichtet der Künstler und Designer Rolf Sachs seine persönliche Auseinandersetzung mit vermeintlich deutschen Eigenschaften und Klischees in einer spannenden Präsentation von Objekten und Installationen. Die ausgewählten Arbeiten umgibt ein feinfühliges Netz assoziativer Verbindungen, die mit Begrifflichkeiten wie Fleiß, Reinlichkeit, Gemütlichkeit und Spießigkeit spielen und von der Vielfältigkeit der deutschen Kultur erzählen.

Der in der Schweiz geborene Rolf Sachs ist Sohn eines Deutschen und einer Französin, er lebt und arbeitet in London gemeinsam mit seiner iranischen Frau Maryam Sachs und seinen drei Kindern. Aus diesem multinationalen Kontext heraus setzt sich Rolf Sachs seit einigen Jahren immer stärker mit seinen sprachlichen und kulturellen Ursprüngen auseinander, die auch in seiner eigenen kreativen Sprache klar sichtbar sind. Ihm gelingt es, mit der kritischen Distanz des Weltenbürgers, einen unverbauten Blick auf die Wesenszüge deutscher Identität zu werfen und dies, entgegen dem Klischee der deutschen Humorlosigkeit, voller intelligentem und offensivem Witz. Die erste Einzelausstellung von Sachs in einem deutschen Museum lädt dazu ein, seine eigenen ‚deutschen Tugenden’ zu entdecken und sich möglicherweise auf diese Art auch selbst neu zu erkennen.

Zur Ausstellung entsteht ein zweisprachiger Katalog mit Beiträgen international renommierter Design- und Kunstexperten. Die Präsentation startet traditionsgemäß im MAKK als Auftakt zur Internationalen Möbelmesse in Köln (imm cologne) und den Passagen. In diesem Kontext ist ein spannendes Rahmenprogramm geplant. So wird zum Beispiel am 14. Januar 2013 um 19 Uhr eine Podiumsdiskussion in englischer Sprache zum Thema „Typisch deutsch? Die Globalisierung und das Nationale in Architektur und Design“ in Kooperation mit Baumeister und Abitare stattfinden.

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