Mittwoch, 5. März 2014

BLENDED GENERATIONS - Ausstellung im Kö-Bogen

Zwischen Königsallee, Hofgarten, Deutscher Oper am Rhein, Dreischeiben- und Schauspielhaus, als auch dem Jan-Wellem-Platz ist eines der bedeutendsten Bauwerke Düsseldorfs entstanden, der Kö-Bogen, entworfen vom Stararchitekten Daniel Libeskind.

In der 4. Etage des Hofgarten-Gebäudes wurde die noch nicht bezogene Fläche von über 2.500 qm dem Verein 701 e.V. von „die developer Projektentwicklung GmbH“ und dem jetzigen Eigentümer „Art Invest Real Estate“ für einen Ausstellungszeitraum von 4 Wochen zur Verfügung gestellt.
Somit ist für die Dauer eines Monats ein außergewöhnlicher Ausstellungsort mit 18 KünstlerInnen mit Aussicht auf den Hofgarten und die Innenstadt gewählt worden, der eine Grenze und einen Übergang markiert. Er steht für ein neues Zentrum am Rand der Düsseldorfer Altstadt. Als „Implantat“ soll er das ehemalige Gründerzeitquartier ersetzen, das seit der Kriegszerstörung am oberen Ende der Königsallee städtebaulich eine Leerstelle bildete. Die elegant geformte Kurvenlinie des Gebäudes im Verbund mit den in die Fassade vertikal gepflanzten Bäumen und Sträuchern schließt die städtebauliche „Fehlstelle“ des Schadowplatzes. Aber auch das in Komplettsanierung befindliche Dreischeibenhaus und der abgerissene Tausendfüßler markieren eine Grenze zwischen Alt und Neu, zwischen Renovierung und Sanierung, zwischen den spezifischen städtebaulichen Entwicklungen und den dazugehörigen Generationen.

Um diesem komplexen und von einigen KünstlerInnen nicht unkritisch gegenüber eingestellten Ausstellungsort gerecht zu werden, bedurfte es einer Ausstellungsidee, die der Kunst einen erweiterten Raum gibt und sie gleichzeitig in experimentelle („unkuratiererte“) Prozesse einbezieht: Sechs eingeladene, international renommierte Künstlerinnen und Künstler werden in der Ausstellung „Blended Generations“ neben ihrer eigenen künstlerischen Arbeit die Kooperation mit jungen Künstlern suchen.

Das war die Grundidee und so wählten Georg Herold, Harald Klingelhöller, Tal R, Chris Reinecke, Katharina Sieverding und Pia Stadtbäumer im Hinblick auf die Zusammenarbeit einen ( oder mehrere) Künstler aus.

Hierbei hatten die von Gregor Jansen und Pia Witzmann eingeladenen Künstler, die vorwiegend auch Professoren an unterschiedlichen Akademien in Berlin, Düsseldorf, Hamburg und Karlsruhe sind, bei einem vorgegebenen Budgetrahmen völlig freie Hand. Das Ergebnis dieser künstlerischen Zusammenkunft verdeutlicht sich für alle Beteiligten in einem überaus spannenden Prozess. Und dem Ausstellungsbesucher offenbart sich in einem neuen, facettenreichen Umgang mit künstlerischen Mitteln eine neue Ortsbeziehung inmitten veränderter urbaner Dimensionen.

So führte die Zusammenarbeit zu ganz verschiedenen Konstellationen: Arbeiten, die nebeneinander stehen und nur indirekt aufeinander Bezug nehmen, sozusagen autonome Arbeiten bleiben. Oder miteinander in Korrespondenz treten, aufeinander bezogen sind; Installationen, deren Urheberschaft als gemeinsame Arbeit nicht mehr im Einzelnen nachzuvollziehen ist und letztlich konzeptionell ausgeklügelte Sets mit Blöcken der Partner - vieles wird sich in dieser Ausstellung auf ungemein spannende und unvorhersehbare Weise realisieren lassen und dem Besucher ein Panorama künstlerischer Herangehensweisen offenbaren. Neben der Bildhauerei, die in diesen architektonisch eindrucksvollen Räumen sicherlich ein Hauptaugenmerk bildet, spielen auch die Bereiche Malerei, Fotografie, Installation und Video eine wichtige Rolle, und demonstrieren eindrucksvoll die Vielfalt künstlerischen Schaffens unter besonderen Bedingungen.

Der Verein „701 e.V.“ (benannt nach der quer durch Düsseldorf führenden Straßenbahnlinie 701), ist eine gemeinnützige Initiative Düsseldorfer Persönlichkeiten aus Kunst und Kultur, Wirtschaft und Politik. Er versteht sich als Bindeglied zwischen Wirtschaft und Kunst und verfolgt das Ziel, kreative Netzwerke zu knüpfen und somit nachhaltig das kreative Image der Stadt zu stärken und zu fördern. Ein Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist die Umsetzung von unkonventionellen Ausstellungen an wechselnden Ausstellungsorten als charakteristisches Merkmal.

Teilnehmende KünstlerInnen:
GEORG HEROLD, BENJAMIN HOULIHAN, LIV SCHWENK
HARALD KLINGELHÖLLER, JÖRG GELBKE, HENRY STASCHIK
TAL R, ALI ALTIN, JOCHEN GOERLACH, TAKA KAGITOMI
CHRIS REINECKE, MAREIKE FOECKING, DAVID LIESKE
KATHARINA SIEVERDING, POLA SIEVERDING
PIA STADTBÄUMER, MAX FRISINGER, NATALIA STACHON

Kuratoren: 
Dr. Gregor Jansen, Direktor Kunsthalle Düsseldorf
Pia Witzmann, Freie Kuratorin


Kö-Bogen, Haus Hofgarten, 4. Etage, Königsallee 2A, Düsseldorf
15.02. - 16.03.2014
Di - FR 12-19 Uhr, SA + SO 12-18 Uhr

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