Dienstag, 17. Juni 2014

Mut zum Experiment! Kultur- und Kreativwirtschaft ist Vorreiter und Vorbild

(Mynewsdesk) „Das Forum d’Avignon Ruhr 2014 hat sich als eines der wichtigsten europäischen Labore für Kultur etabliert“, so Jan Truszczy?ski, Generaldirektor für Kultur und Bildung  der Europäischen Kommission. „Aus gutem Grund: das Ruhrgebiet präsentiert sich als gelungenes Beispiel wie Kunst, Kultur und Innovation transformativ wirken können für die regionale Wirtschaft, für die Eröffnung neuer Job-Chancen und im Allgemeinen für die Stärkung des Images wie auch der Lebensqualität. Wir in der Europäischen Kommission begrüßen diesen Ansatz sehr, Kultur als Faktor für ökonomische und soziale Entwicklung zu verstehen." Auch NRW-Kulturministerin Ute Schäfer unterstreicht das Ziel des Forum d’Avignon Ruhr, die „bisher weitgetrennten Bereiche von Kunst und Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien besser ins Gespräch zu bringen“, um Innovationen zu fördern. Rund 200 Kultur- und Kreativschaffende, VertreterInnen aus Politik und Wirtschaft aus 22 Nationen kamen vom 10. bis 12. Juni ins Kreativ.Quartier City Nord.Essen und besuchten vier Workshops, das Forum d’Avignon Ruhr und die Ausstellung der Nominierten des vom europäischen Netzwerk N.I.C.E. (Network for Innovations in Culture and Creativity in Europe) ins Leben gerufenen Awards – ein europäischer Think-Tank mit verschiedensten Formaten zu Innovation und Wandel durch Kultur- und Kreativwirtschaft.

Zum Abschluss des Forums überreichte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin den N.I.C.E. Award 2014, den europäischen Innovationspreis für Kultur, auf den sich 108 Projekte aus 22 Nationen beworben haben.

Gewinner ist das Projekt „Richtiges Leben im Falschen“ (RLF) des Projektbüros Friedrich von Borries in Berlin, ein medienübergreifendes Kunstprojekt in Kooperation mit ARTE, Suhrkamp und UFA. Das Konzept ist eine spielerische, dennoch ernsthafte Kapitalismuskritik. Die Jury würdigte die multimediale Umsetzung von RLF als kulturelle Innovation. RLF gründet  eine offene digitale Gemeinschaft, welche  die Trennlinie zwischen Realität und Fiktion auflöst. „Eine Kombination aus medialen und nicht-medialen Kanälen bringt RLF an die multidimensionale Speerspitze der Revolution: ein Roman, ein reales Unternehmen, ein Spiel, ein Film – sie alle sind Einmischungen in die reale Welt“, so das Projektbüro Friedrich von Borries in seiner eigenen Beschreibung. Um das zu erleben und zu verstehen, muss man es einfach spielen: http://www.rlf-propaganda.com/,

Der zweite Preis geht an das Unperfekthaus in Essen und das spanische Projekt Conexiones Improbables aus Bilbao. Einen weiteren Preis erhält das Projekt URBANAUTS Street Lofts aus Wien. Die Preissumme von 10.000 Euro hat die Jury auf alle vier Projekte verteilt.

Der N.I.C.E. Award wird finanziert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen sowie den Städten Bochum, Dortmund, Essen und Gelsenkirchen. Der Preis wird getragen von dem Netzwerk für Innovationen in Kultur und Kreativität in Europa (N.I.C.E.). Die zehn nominierten Projekte sind noch bis Ende Juni in der City-Messehalle Essen samstags und sonntags von 15.00 bis 18.00 Uhr in der Rottstraße 26 zu sehen.

Kultur- und Kreativwirtschaft zweitgrößter Arbeitgeber in NRW

„Mit ihren Impulsen für Innovationen in anderen Branchen eröffnen sie neue Sichtweisen“, erklärte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin bei der Preisverleihung am 12. Juni. „Sie spielen eine wichtige Rolle für den Arbeitsmarkt der Zukunft und sind als Vorreiter sozialer Innovationen unentbehrlich.“ Der Wirtschaftsminister hob hervor, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft mittlerweile der zweitgrößte Arbeitgeber in NRW ist.

Die Kraft von Kultur wurde durch konkrete Beispiele bei der Ausstellung als auch bei verschiedenen Paneldiskussionen auf dem Forum d’Avignon Ruhr deutlich. Im Bereich sozialer Innovationen durch betterplace.org, einer internationalen Spendenplattform, mit Beautiful Trouble, einem Trainingsprogramm für politische Basisbewegungen für mehr Kreativität, dem Stein mit Vollausstattung, einer Skulptur mit erneuerbaren Energien mitten in Dortmund. Im Bereich Wirtschaft und für den Arbeitsmarkt der Zukunft mit Projekten wie „Insect Respect“ von der Reckhaus GmbH & CoKg, das Unperfekthaus als öffentlicher Platz der Möglichkeiten für mehr als 18.000 FirmengründerInnen aus 18 Ländern oder URBANAUTS, mit einem neuen 4-Sterne Hotel-Konzept in leer stehenden Ladenlokalen in Wien.

Prof. Dieter Gorny, Geschäftsführer des european centre for creative economy (ecce) und Gastgeber des Forum d’Avignon Ruhr, sieht in dem 3. Forum d’Avignon Ruhr einen Beleg für die wachsende Aufmerksamkeit für das Ruhrgebiet in Europa. „Das Forum setzt Impulse für die Kulturpolitik Europas durch einen interdisziplinären Diskurs und anschauliche Projekte, wie zum Beispiel das mit dem N.I.C.E. Award ausgezeichnete Unperfekthaus, das mitten in einem Kreativ.Quartier in Essen liegt.“

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