Freitag, 22. August 2014

Made in Poland: Designer aus dem Nachbarland auf den Designers‘ Open

Der Blick zu unseren osteuropäischen Nachbarn lohnt sich: Denn in der sich noch immer wandelnden, dynamischen Gesellschaft Polens findet man außerordentlich innovatives Design. Unter dem Label „Polish Design@Designers‘ Open“ werden ausgewählte Produkte aus unserem Nachbarland präsentiert. Erstmals ist auch die Designshow „staged“ auf den Designers‘ Open zu Gast. Mit dem Ziel, Designer aus Tschechien, Deutschland und Polen näher zusammenzubringen, wurde die Designshow ins Leben gerufen. Ausgewählte Produkte werden nun auf den Designers‘ Open gezeigt.

Papersculpture: Charaktere aus Papier

Skulptur von Maja und Paulina 
Die Skulptur von Maja und Paulina zeigt einen Stier. Doch diese ist nicht etwa aus Stoff oder Stahl geformt, sondern aus Papier und dazu noch farbenfroh verziert. Die Werke entstehen dabei in echter Teamarbeit: Während Paulina die Skulpturen formt, coloriert Maja diese. „Wir haben in den Skulpturen die ideale Möglichkeit unsere jeweilige Leidenschaft für die Kunst unterzubringen und unsere Kreativität am besten auszudrücken.“ Als Grundlage für die Skulpturen dient eine Basisform. Diese werden mit Papier ummantelt und anschließend gestaltet. „Papier ist äußerst dehnbar. Das eröffnet bei der Gestaltung viele Möglichkeiten, bedarf aber zugleich genauer Präzision“, so die Zwillinge. Insgesamt drei Wochen arbeiten Maja und Paulina an ihren Werken. Kein Muster und keine Farbe gleichen der anderen. Insgesamt drei Motive sind bisher entstanden: Puppen, Kühe und Stiere. Die Puppen haben sie in Erinnerung an ihre Kindheit geschaffen. „Die Kühe und Stiere drücken unsere Liebe zur Natur aus. Mit unseren Skulpturen wollen wir mit einer Prise Ironie die tierischen Instinkte bändigen.“ Zu den Designers‘ Open bringen die Zwillinge ausgewählte Skulpturen mit. „Außerdem werden wir etwas ganz Neues – extra für diesen Anlass entwickelt – zeigen. Die Inspiration für unsere Sculpture Papers finden wir im Alltag. Es ist ein kreativer Prozess, der uns erlaubt einzigartige Charaktere zu schaffen.“

Milo: Großer Auftritt für die Natur

Milo von Susan Krauze und
Agnieszka Janukanis 
Susan Krauze und Agnieszka Janukanis geben mit ihrem Produkt Milo Pflanzen einen neuen Raum. „Heutzutage haben die Menschen immer weniger Zeit – leider auch für die Pflege der Natur“, so die Designerinnen. „Pflanzen erhalten nicht die entsprechende Aufmerksamkeit, die ihnen gebührt.“ Um diesem Problem entgegenzuwirken haben die beiden Polinnen das Produkt Milo entwickelt, welches die Pflanzen einerseits besonders pflegt und sie zugleich in ein besonderes Licht stellt – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Milo ist ein aus Glas geformter Lampenschirm, in dessen Mitte die Pflanze auf einem Podest platziert wird. Eine LED-Lampe mit einer Lichttemperatur von 4000 bis 6000 K erleuchtet die Pflanze von oben. „Die Leuchtkraft entspricht der des Tageslichts. Zugleich produziert die Lampe jedoch keine Wärme, sodass die Pflanzen nicht verbrennen können.“ Der Lampenschirm ist zusätzlich mit zwei Luftlöchern ausgestattet, damit ausreichend Sauerstoff in den Lampenschirm kommt. Inspiration für Milo lieferte die zauberhafte Geschichte „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry. Darin zeigt die Rose dem kleinen Prinzen die wahre Schönheit der Natur. „Zu den Designers‘ Open möchten wir die Besucher einladen, einen Blick auf Milo zu werfen, dabei zu entschleunigen und für einen kurzen Moment, das Wunder der Natur zu genießen.“

Dedeca: Draht in formschöner Gestalt

dedeca von Agnieszka Kwiatkowska
„Meine Produkte sind Gebrauchsgegenstände für den Alltag. In ihrer Formschönheit eignen sie sich jedoch auch als Schmuckstücke für die Inneneinrichtung“, erklärt Agnieszka Kwiatkowska von dedeca. Die Polin fertig aus Draht Lampen, Schüsseln oder auch Taschen. „Mit meinem Design möchte ich zeigen, dass alltägliche Dinge nicht nur praktisch, sondern auch wunderschön sein können und positiv auf unsere Stimmung einwirken.“ Bei der Herstellung der Produkte flechtet Agnieszka Kwiatkowska den Draht auf ganz besondere Art und Weise. Ähnlich einem Wandteppich verschlingt sie das Material und bindet bei einigen Produkten Steine oder Holz ein. Dabei entstehen einzigartige Formen, die Stabilität und zugleich Raum für Luft und Licht geben. „Gutes Design heißt für mich, unseren persönlichen Raum zu erschaffen, der unsere Laune und unser Wohlbefinden verbessert oder uns ein Gefühl von Sicherheit gibt.“

Staged: Prämiertes Design aus dem Dreiländereck

Bühne frei! – Für besonderes Design aus Deutschland, Tschechien und Polen. Als Plattform des länder- und branchenübergreifenden Austausches wurde 2014 staged ins Leben gerufen. Das Konzept vereint Designpreis, Fachausstellung mit anschließender Roadshow, Workshops und Konferenz. Zu den Designers‘ Open werden die Preisträger der ersten Ausgabe von staged präsentiert. „In Deutschland, Tschechien und Polen gibt es großartige Designer“, erklärt Mark Offermann vom Dresdner Designstudio Paulsberg. Das Studio hat das Konzept zu staged entwickelt, organisiert das Veranstaltungsformat und zeichnet sich für die kreative Leitung verantwortlich. „Wir haben festgestellt, dass sehr wenig Austausch zwischen den kreativen Köpfen der drei Nachbarländer einerseits und den regional sehr starken Bereichen Kreativwirtschaft, Wissenschaft und Handwerk andererseits stattfindet. Genau hier setzt staged an.“ 2013 fiel der Startschuss für die erste bilaterale Veranstaltung. Junge Designer waren unter dem Titel „Material World“ aufgerufen, innovative Designideen mit Materialbezug im Bereich Möbel einzureichen. Im Januar dieses Jahres zur Room & Style Dresden wurde schließlich der erste staged design award im Rahmen einer Ausstellung neuster Materialentwicklungen und einem Rahmenprogramm aus Workshops und Konferenz vergeben. Der Siegerentwurf, der Tisch Conbou, des Weimarer Designers Wassilij Grod (DE) überzeugte in allen Bewertungskategorien. Die international besetzte Jury lobte die intelligente und effiziente Materialwahl und innovative Bambus Leichtbaukonstruktion. Den zweiten Preis erhielt Martina Kleinova (CZ) für die Lampe Dioden. Gelobt wurde die von der Materialwahl bis Formgebung stringente Umsetzung des Konzepts indirekter Beleuchtung. Den dritten Platz errang Jan Brožek's (CZ) Stadtmöbel Ceramix mit seiner für diese Art der Anwendung innovativen Materialwahl Keramik. Der Publikumspreis ging an Albertine Baronius' Tisch 2tables. Diese und weitere Produkte sind nun in einer Wanderausstellung auf Tour durch verschiedene Städte in Deutschland und Tschechien zu sehen. Im Oktober werden sie auf den Designers‘ Open vorgestellt. Vorher fällt noch der Startschuss für staged 2015. Ab August startet die neue Ausschreibung, diesmal unter dem Titel „Material2Product“ in den beiden Kategorien Interieur und Textilien. Informationen zur Anmeldung unter www.staged-designshow.com

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