Montag, 25. August 2014

Tschechisches Design - Design-, Fashion- und Architekturwoche in Prag im Oktober

Berlin, 22.08.2014 - Modernes tschechisches Design hat in den letzten Jahren zahlreiche Preise gewonnen. Der Edge Stuhl von Petr Novak, Türklinken von M & T oder Autos von Skoda wurden bereits mit dem Red Dot Award ausgezeichnet. Die Organisatoren der Tour de France überreichten den Siegern bereits zum vierten Mal kunstvolle Trophäen tschechischer Glasmacher, dieses Jahr aus der Werkstatt Peter Olahs. Einen Überblick über die besten zeitgenössischen Designer des Landes verschafft das renommierte Prager Festival DesignBlok, das vom 7. bis 12. Oktober stattfindet.

 Bereits zum sechzehnten Mal treffen sich internationale und nationale Designer zur größten Designshow Mitteleuropas. Die für die Öffentlichkeit zugänglichen Ausstellungen werden an verschiedenen mit dem Schriftsteller Franz Kafka in Verbindung stehenden Orten veranstaltet. Etwa im Jugendstil-Gebäude des Grand Hotel Europa am Wenzelsplatz in Prag, wo 1912 die einzige Autorenlesung des Schriftstellers stattfand. Oder im Dum U Minuty, einem architektonischen Juwel aus der Renaissance, in dem Kafka einen Teil seiner Kindheit verbrachte.

Traditionell finden zeitgleich zum DesignBlok auch die Architecture Week und die Fashion Week statt, die die neuesten tschechischen und weltweiten Trends in Architektur und Mode zeigen. Auf den Prager Laufstegen präsentieren sich tschechische Designer und junge Talente ebenso wie Swarovski, Bulgari, Baldinini oder Stefanel. Während der Architecture Week treten Architekten wie Fruto Vivas aus Venezuela auf, der das Museum für moderne Kunst in Caracas gestaltet hat. Weitere Informationen: www.designblok.cz

Tradition und Gegenwart tschechischen Designs

Tschechisches Design blickt auf eine lange Tradition zurück, die vor Jahrhunderten mit der Glasproduktion begann und sich über Produkte wie Schuhe und Automobile bis in die Gegenwart fortsetzt.

Kristallglas war eines der ersten Produkte, die das Land im Herzen Europas in der ganzen Welt bekannt machten. Im 13. Jahrhundert entstanden die ersten Glashütten, in denen 400 Jahre später das Kristallglas entwickelt wurde. Symbolhaft für den Erfolg des böhmischen Kristalls steht Ludwig Moser, dessen Unternehmen Monarchen und Staatsleute in der ganzen Welt beliefert. Moser war Hoflieferant der K und K Monarchie und König Edwards VII. von England. 1996 stellte das Unternehmen eine Vase für den Thailändischen König Rama IX. her und ein Jahr danach ein gläsernes Kreuz für Papst Johannes Paul II. Wer sich auf die Spur der tschechischen Glas- und Porzellanmeister begeben möchte, sollte sich in die Region Karlsbad begeben. Eine Tour führt Urlauber durch Porzellanmanufakturen und die Glasfabrik Moser.

Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Prag zu einem Zentrum des Kubismus. Der damals revolutionäre Kunststil fand seinen Niederschlag auch in der Architektur, dem Möbeldesign und der Gestaltung von Keramik. Eine Ausstellung dieser Epoche ist im U Cerne Matky Bozi zu sehen, einem wunderschönen kubistischen Gebäude im Zentrum der Hauptstadt.

Die kleine tschechische Stadt Zlin verdankt ihre Bekanntheit vor allem der Schuhproduktion. 1894 gründete Tomas Bata das nach ihm benannte Unternehmen, das heute zu den Vorreitern in Sachen Innovation und Design bei Schuhen gehört. Es ist mit 5.000 Läden in über 60 Ländern weltweit vertreten. Die Werke von Designer und Architekt Borek Sipek füllen Galerien in New York, Amsterdam und Paris. In den kommenden Monaten entwirft er ein ganzes Stadtviertel in der südchinesischen Stadt Foshan. Zu den erfolgreichen Designern auf dem asiatischen Markt gehört auch Jaroslav Bejvl Jr., der für seine Lichtentwürfe für Hotels in Abu Dhabi und Dubai große Anerkennung erhielt. Heute zählt er zu den einflussreichsten Designern im Nahen Osten.

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