Dienstag, 13. Januar 2015

Ausstellung: Tattoo im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
13. Februar bis 6. September 2015

Thea Duskin: Untitled, 2011, Foto: Kimberly Frost, © Thea Duskin


Im Winter unsichtbar verborgen, im Sommer öffentlich und stolz zur Schau getragen: Tattoos sind heute allgegenwärtig. Aber Tattoos sind nicht nur ein aktuelles Massenphänomen und kultiges Modeaccessoire. Die Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) richtet den Blick auf das lebendige, innovative und vielfältige Thema Tattoo mit Augenmerk auf künstlerische, handwerkliche und kulturspezifische Fragen. Sie zeigt internationale Positionen aus verschiedenen Perspektiven und nimmt aktuelle Diskussionen auf. Erstmals umfasst eine Ausstellung diese breite Palette von Bezügen und zeigt das Phänomen mit Fokus auf Kunst und Design. Die bleibenden Bilder, Schriften und Symbole der Tattoos inspirieren ebenso Künstler und Designer. Ein Thema ist deshalb auch die gegenseitige Beeinflussung von Kunst, traditioneller Tätowierkunst und visueller Gestaltung. Die Ausstellung „Tattoo“ zeigt über 250 Arbeiten, darunter Fotografien, Farbholzschnitte, Gemälde und Skulpturen sowie Videoarbeiten und Audioinstallationen. Zu sehen sind auch historische Tätowierwerkzeuge und Informationsstationen zu Farben und Pigmenten. Mit der Schau blickt das MKG auch zurück auf die traditionsreiche Geschichte der Hamburger Tattoo-Szene, deren Wiege im Hafenmilieu des späten 19. Jahrhunderts zu finden ist. Legendäre Tätowierer wie Christian Warlich und Herbert Hoffmann stehen in Hamburg für den Beginn einer vielfältigen und ausdrucksstarken Kunstform, deren zeitgenössische Vertreter die gestalterischen Experimente mit Farben und Formen zu immer neuen Blüten bringen.

Christian Poveda : El Gangster de Iberia (Mara Salvatrucha), San Salvador, 2008, Der Bandenkrieg der Mara Salvatrucha in El Salvador, Foto: Christian Poveda, © Christian Poveda / Agence VU'


Die Ausstellung widmet sich alten Traditionen und neuen Geschichten. Weltweit sämtliche Kulturen kennen die Tradition der Tätowierung. Seit jeher wurde die menschliche Haut als Leinwand für die Kunst der Tattoos benutzt. Entsprechend gehören sie zu den frühen Kunstformen und ältesten Handwerkspraktiken. Tattoos sind von lebenslanger Dauer. So werden die Pigmente für immer und ewig unter die Haut gestochen, gleichzeitig sind sie so vergänglich wie das Leben ihrer Träger selbst. Tattoos erzählen persönliche Geschichten, schaffen Identität und Zugehörigkeit, verschönern, heilen, schützen. Sie faszinieren oder stoßen ab, werden mystifiziert und sind Teil von Modeströmungen. Waren sie in der westlichen Kultur lange Zeit Ausdruck spezifischer Gruppen, gehören sie mittlerweile zu alltäglichen Erscheinungen, die nicht mehr wegzudenken sind.

„Tattoo“ ist eine Produktion des Gewerbemuseum Winterthur, Schweiz, kuratiert von Dr. Susanna Kumschick, und wird erstmals in Deutschland gezeigt. Für die Ausstellung im MKG entsteht ein umfangreiches Rahmenprogramm in Zusammenarbeit mit Hamburger Tätowierer/innen und Grafikdesigner/innen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen