Freitag, 27. Februar 2015

Werbung - das Beste vom Superbowl 2015



Da ich nicht viel von Football verstehe, ist für mich das Beste beim Superball immer die Werbung. Hier sind meine vier Favoriten von 2015.







Dienstag, 24. Februar 2015

AMBIENT: Shark diving in the desert




Alice Spring liegt ca. 1200 Kilometer von der Küste entfernt. Genau der richtige Ort, um hier einen Shop für Taucher zu eröffnen. Nette Idee von der Werbeagentur Leo Burnett, Sydney.

Montag, 23. Februar 2015

ADC Festival 2015: Programm und Line-Up ADC Kongress stehen fest

Eine spannende Markengeschichte schreiben und damit virale Erfolge im Netz erzielen, das ist das Ziel von Werbungtreibenden und Kreativen. Best-Practice und Inspiration bietet der ADC Kongress „Creating the Digital Hype“, der am 21. Mai im Rahmen des ADC Festivals 2015 in Schmidts Tivoli auf Hamburg St. Pauli stattfindet.

Auf dem Kongress werden internationale Experten wie Kevin Allocca, Head of Culture & Trends bei YouTube, Colleen DeCourcy, Global Executive Creative Director Wieden + Kennedy, oder Marc Opelt, Bereichsvorstand Vertrieb OTTO, ihr Wissen rund um virale Bewegtbildinhalte teilen. Exklusiver Partner des ADC Kongresses ist Google Germany.

„Wir wollen den Marketern und Kreativen zeigen, welche großartigen neuen Möglichkeiten es gibt, buzz und publicity für ihre Marken zu erzeugen. Google ist das Tor zu einer digitalen Welt, in der Kreativität Mediawerte und Markenwert schaffen kann. Eyeballs müssen nicht mehr gekauft werden, risikobereite Marken können sie sich verdienen. Deshalb ist die ADC Partnerschaft mit Google zwingend“, sagt ADC Präsident Stephan Vogel.

Der 21. Mai steht auch im Zeichen der großen Awards Show im TUI Operettenhaus, bei der die Gewinner des diesjährigen ADC Wettbewerbs ausgezeichnet werden. Die Moderation der Gala übernimmt zum ersten Mal Max Moor. Der gebürtige Schweizer ist bekannt aus der ARD-Kultursendung „ttt – titel, thesen, temperamente“ oder dem 3sat-Format „Kulturzeit“. Im Anschluss an die Awards Show geht es zum Feiern in die Fischauktionshalle.

Junge Kreative sind zum ADC Nachwuchstag am 22. Mai ins Millerntor-Stadion und zum Nachwuchskongress im Schmidts Tivoli eingeladen. Auf dem ADC Nachwuchskongress „digit:all“ berichten ADC Mitglieder von inspirierenden Projekten und gegenwärtigen Trends. Mit dem Speed-Recruiting und der Job-Pinnwand bietet der Nachwuchstag Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern und für Agenturen, Universitäten und Hochschulen die Möglichkeit, mit dem Nachwuchs ins Gespräch zu kommen. Am Abend feiern die Nachwuchskreativen und Gewinner des Nachwuchswettbewerbs auf der Party in Angie´s Nightclub.

Der Mittelpunkt des ADC Festivals ist die ADC Ausstellung im Millerntor-Stadion, in der vom 21. bis 23. Mai alle eingereichten Arbeiten des ADC Wettbewerbs präsentiert werden. Die weltweit größte Werkschau kreativer Kommunikation zeigt Arbeiten aus den Bereichen Digitale Medien, Werbung, Design bis hin zu Zeitungs- und Magazingestaltung und räumlichen Inszenierungen und lockte in den vergangenen Jahren Tausende Besucher an.

„Das ADC Festival hat in Hamburg eine gute Heimat gefunden und buchstäblich Neuland erobert. Ich bin sicher, dass wir auch in diesem Jahr wieder kreative Höchstleistungen und inspirierende Neuerungen erleben werden. Wir freuen uns, auch in 2015 die Besten der Kreativ- und Medienwirtschaft in Hamburg begrüßen zu können. Ihre Anstöße sind nötig, um aus digitalem Hype dauerhafte kreative Substanz zu entwickeln“, sagt Carsten Brosda, der Bevollmächtigte des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg für Medien.

St. Pauli als neuer Festivalstandort und „kreatives Gefahrengebiet“, seine Themen und Bewohner nehmen unmittelbar Einfluss auf das große Treffen der Kreativbranche und sind Protagonisten einer Viral-Kampagne über kreative Kommunikation. Alle Filme mit Kiezgröße Kalle Schwensen, Susi von Susi´s Showbar, einer Dame vom Grill am Pferdemarkt, dem Greenkeeper vom FC St. Pauli und anderen interessanten Charakteren finden sich unter https://www.youtube.com/playlist?list=PLn6XYUyhdejf05cCQNyxL52yH-P2tgE71.

Der Festivalpass ist noch bis 27.02. zum Frühbuchertarif von 595 Euro (statt 715 Euro) erhältlich. Der Frühbuchertarif für den Kongress (345 Euro statt 430 Euro) gilt bis 13.03.. Diese und alle anderen Tickets gibt es unter www.adc.de/festival/tickets.html.

Dienstag, 17. Februar 2015

Green Product Award 2015 - Wettbewerbseröffnung

(PR-inside.com 28.01.2015 16:23:35)  Nach einer gelungenen Wettbewerbspremiere 2014 mit über 200 Teilnehmern aus 14 Ländern startet der Green Product Award in diesem Jahr in seine zweite Runde.

Der einzige internationale Wettbewerb für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen mit Repräsentanzen in Deutschland, Finnland und den Niederlanden bietet den Teilnehmern einen intensiven Wissensaustausch, eine zielführende Kontaktbörse und diverse Kommunikationsformate zur verstärkten Wahrnehmung am Markt.

Der Fokus des Wettbewerbs liegt auf Produkten und Dienstleistungen, die im Hinblick auf Design, Innovation und Nachhaltigkeit herausragen und einen signifikanten Beitrag zu einer grünen Zukunft leisten.

Der Green Product Award ist als internationales Netzwerk zu verstehen, das einen aktiven grünen Wissenstransfer initiiert. Als kreatives und innovatives Drehkreuz bringt es Designer, Hersteller und Forscher zusammen und eröffnet den Teilnehmern verschiedenste Möglichkeiten, Produkte der Zukunft zu präsentieren, zu entwickeln und zu vermarkten.

Der Wettbewerb

Der Green Product Award richtet sich an Produkt- und Industriedesigner, herstellende Unternehmen, Designstudios und -institutionen, Forschungseinrichtungen, Universitäten und Studenten.


  • Wettbewerbszeitraum: Januar – März 2015
  • Kategorien: Produkte und Konzepte können in den Kategorien Forschung, Arbeitswelt, Kinder, Lifestyle, Mobilität, Elektronik, Konsumgüter, Wohn-Accessoires, Freestyle (offene Kategorie) und Kommunikation eingereicht werden
  • Einreichungsende: 20. März 2015
  • Die Anmeldung erfolgt online unter: www.gp-award.com
  • Kosten für Einreichungen: Professionals ab 250,- €, Newcomer ab 100,- €


Ziel

Ziel des Wettbewerbs ist die fortlaufende Bestandsaufnahme nachhaltig entwickelter Produkte und Dienstleistungen. Diese zu befördern und in der öffentlichen Wahrnehmung dauerhaft zu verankern hat sich der Green Product Award auf die Fahnen geschrieben. Nachhaltiger Konsum ist das Gebot der Stunde, da er zugleich für nachhaltige Produktion sorgt.

Konzept

 Der Green Product Award bietet den Teilnehmern ein umfassendes Begleitszenario:

  • Die Jury bewertet jeden eingereichten Beitrag mit einem Punkte-Feedback im Hinblick auf Designqualität, Innovationsgrad und Nachhaltigkeit 
  • Die Nominierten in der Green Selection werden ergänzend durch ein Public-Voting bewertet
  • Vergeben wird ein Siegel für die Nominierten in der Green Selection, sowie die Gewinner der Kategorien und des Publikumspreises 
  • Die Award Show beinhaltet Preisverleihung, Vorträge und Workshops 
  • Workshops zu Designverfahren und Design-Tools werden ergänzend angeboten
  • Informationen zu aktuellen Studien und Trends finden sich auf der Online-Plattform www.gp-award.com


Jury

Eine interdisziplinäre Experten-Jury beurteilt die eingereichten Beiträge nach den Kriterien Design, Innovation und Nachhaltigkeit.

 Mitglieder der Jury (Auszug):
 Julius Wiedemann (Taschen Verlag)
 Prof. Claus-Christian Eckhardt (Universität Lund)
 Frederik Knothe (Daimler AG)
 Dr. Sascha Peters (Haute Innovation),
 Michael Weber (Projektträger Jülich - PtJ)
 Tina Kammer (InteriorPark)
 Prof. Dr. Sabine Flamme (FH Münster)
 Erik van Buuren (zertifizierter Cradle to Cradle Experte)


>> Weitere Informationen

webinale 2015: Mehr als 90 erfahrene Design- und Web-Experten wie Typografie-Guru Erik Spiekermann zu Gast in Berlin

Die webinale bietet mehr als 80 hands-on Workshops, Sessions und Keynotes mit praxisnahem Wissen und Trends von morgen | Die webinale präsentiert Design- und Typografie-Experte Erik Spiekermann mit seinem Vortrag „Type is Visible Language“

Donnerstag, 5. Februar 2015 – Die webinale lädt vom 7. bis 11. Juni 2015 in Berlin erneut zu einer fünftägigen Konferenzwoche mit mehr als 80 Vorträgen rund um das World Wide Web. Mit ihrem weitgefächerten Konferenzprogramm dient die webinale als Crossover-Plattform für Inspiration und Know-how mit mehr als 90 internationalen Referenten. Zu diesen zählt unter anderem der Typografie-Guru Erik Spiekermann, dessen Keynote „Type is Visible Language“ die Bedeutsamkeit der Schrift als sichtbare Sprache betont. „The web is more type than anything. We might as well get it right“, so Spiekermann zu seinem Vortrag. Den Auftakt und Abschluss der Konferenzwoche bilden die Power Workshops am 7. und 11. Juni, bei denen erfahrene Trainer wie Prof. Wolfgang Henseler (Sensory-Minds), Jonas Hellwig (kulturbanause), Peter Kröner (Peter Kröner) oder Björn Schotte (Mayflower) den Teilnehmern mit ihren Best Practices zur Seite stehen. Die Workshops bieten praxisnahe Wissensvermittlung rund um die Themen Design, Produktmanagement und Programmieren.

 Das durch den „Digital Change“ für digitale Transformationen erforderliche neue Denken macht Sensory-Minds-Gründer und Managing Creative Director Prof. Wolfgang Henseler im Workshop „Natural User Interface Design Workshop“ mithilfe des NUI Card Sets praktisch erlebbar. Essenzielle Anforderungen an das Natural User Interface werden verständlich und neu erlerntes Know-how beim Paper Prototyping in Form von Use-Case-Szenarien direkt umgesetzt. „Neben den gestalterischen Aspekten werden zudem die neuen Anforderungen ans Interface-Design für zukünftige Benutzungsoberflächen wie multimodale UIs, Multitouch- oder Multiuser-Interfaces, Google-Glass-Apps, Apple-Watch-Apps oder multisensorische Applikationen behandelt“, fasst der Spezialist für NUI zusammen. Im Workshop „Gestaltung und Code – CSS, SVG und Co.“ des Web Designers, Video-Trainers und Autors Jonas Hellwig geht es darum, Websitedesign durch Code zu realisieren. Der Power Workshop beinhaltet alles von „klassischen Layoutelementen mithilfe von CSS, über komplexe Gestaltungsmöglichkeiten, Farbschemata und Styleguides mithilfe von Präprozessoren wie Sass oder Less bis hin zu ‚echten‘ grafischen Elementen mithilfe des codebasierten Dateiformats SVG“, so der Design-Experte.

 Peter Kröner weist die Teilnehmer seines Workshops „Web Components“ in die Zukunft der Webseitenmodule ein. Der Trainer und Autor zeigt nicht nur in einem großen Praxisanteil, wie sich HTML-Elemente selbst definieren lassen, sondern diskutiert auch die Hintergründe und Vorteile der neuen Technik. Dabei kommen „mögliche Schwierigkeiten, die der Einsatz von Web Components in Zukunft mit sich bringen könnte“ zur Sprache, erklärt der erfahrene Berater. Geschäftsführer und Senior Consultant von Mayflower Björn Schotte hat die Beobachtung gemacht, dass neben der agilen Umsetzung von Softwareprojekten „die Entwicklung des eigentlichen Projekts von der Idee/Vision bis zum ersten gut gefüllten Backlog meist hinterher hinkt“. Im Workshop „Agile Produktentwicklung“ gibt er den Teilnehmern ein komplettes Set an Tools mit auf den Weg. Gemeinsam erarbeiten sie, wie Projekte von der Idee über Vision bis hin zur Definition und Feature-Gruppierung entwickelt werden, um sie anschließend in die Hände der Entwickler zu übergeben.

 Die aktuellen Workshops der webinale:


 Agile Produktentwicklung
 Power Workshop am Sonntag, 7. Juni 2015
 mit Björn Schotte (Mayflower)

 Gestaltung und Code – CSS, SVG & Co.
 Power Workshop am Sonntag, 7. Juni 2015
 mit Jonas Hellwig (kulturbanause)

 Web Components
 Power Workshop am Sonntag, 7. Juni 2015
 mit Peter Kröner (Peter Kröner)

 Natural User Interface design workshop
 Power Workshop am Donnerstag, 11. Juni 2015
 mit Wolfgang Henseler (Sensory-Minds)

Neben dem Konferenz-Programm erwarten die Teilnehmer am 9. und 10. Juni eine breit aufgestellte Expo sowie verschiedene Community-Events am Abend. Im Rahmen der Expo präsentieren sich zahlreiche innovative IT-Unternehmen, die über ihre Produkte und Best Practices im eigenen Unternehmen informieren. Zusätzlich erhalten die Konferenzteilnehmer freien Zugang zu den Vorträgen der parallel stattfindenden International PHP Conference rund um Web- und PHP-Technologien.

 >> Weitere Infos

PRINT: Depression and Bipolar Support Alliance

Wenn ein Freund unter Depressionen leidet, beginnt das Verstehen beim Zuhören. Eine tolle Kampagne des Texters und Art Directors Matt Neylon für die DBSA (Depression and Bipolar Support Alliance)




Freitag, 6. Februar 2015

13.02. bis 06.09.2015: Ausstellung "Tattoo" im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Unbekannt, Ma Hla Oo aus Laytu-Chin, Nördliches Rakhine, Burma, Foto: Jens Uwe Parkitny

















Im Winter verborgen, im Sommer öffentlich zur Schau getragen: Tattoos sind heute allgegenwärtig. Als kulturhistorische Konstante sind sie aber weit mehr als ein Massenphänomen und kultiges Modeaccessoire. Tattoos erzählen persönliche Geschichten, schaffen Identität und Zugehörigkeit, sollen schmücken, heilen und schützen, sie faszinieren oder stoßen ab, werden mystifiziert oder sind Teil von Trends. Die Ausstellung Tattoo lotet erstmals das breite Spektrum dieser alten und noch immer sehr lebendigen Kulturtechnik im Fokus von Kunst und Design aus, stellt internationale Positionen vor und greift aktuelle Diskussionen auf. Sie beleuchtet die Ambivalenz des Tattoos zwischen Auszeichnung, sozialer Zuordnung, Identitätsmerkmal und Stigmatisierung in verschiedenen Kulturen, sozialen Schichten und Epochen. Ein Schwerpunkt liegt auf der wechselseitigen Beeinflussung von Kunst, traditioneller Tätowierpraxis und visueller Gestaltung. Tattoo zeigt über 250 Arbeiten aus dem späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart: Darunter Fotografien, Farbholzschnitte, Gemälde und Skulpturen, Videoarbeiten und Audioinstallationen sowie Vorlageschablonen und historische Hautpräparate. Tätowiergeräte von einfachen Naturwerkzeugen bis zu filigranen Präzisionsmaschinen, Farben und Pigmente vermitteln ein Bild von der handwerklichen Praxis. Mit der Schau blickt das MKG auch zurück auf die traditionsreiche Geschichte der Hamburger Tattoo-Szene, deren Wiege im Hafenmilieu des späten 19. Jahrhunderts zu finden ist. Bisher unveröffentlichte historische Fotografien dokumentieren die typischen Tätowierungen der Hamburger Arbeiterschaft um 1890. Tattoo-Legenden wie Christian Warlich („der König der Tätowierer“) und Herbert Hoffmann stehen für eine vielfältige und ausdrucksstarke Kunstform, die immer neue gestalterische Experimente hervorbringt. Einen Einblick geben Arbeiten lokaler Tattoo-Künstler, die sich von der Sammlung des Museums inspirieren ließen. Eine Videoprojektion zeigt zahlreiche Arbeiten renommierter Tätowier und Tätowiererinnen aus der aktuellen internationalen Szene, die sich durch eine Vielfalt an Stilrichtungen und neuen künstlerischen Bewegungen auszeichnet.

Die traditionelle Kulturtechnik

Weltweit nutzen viele Kulturen die menschliche Haut als Bildträger. Die Tradition der Tätowierung gehört zu den frühen Kunstformen und ältesten Handwerkspraktiken und prägt heute noch das Alltagsbild. Die Ausstellung stellt ausgewählte Beispiele vor. Die Gesichtstätowierungen der Chin-Frauen in Birma etwa sind Teil eines Rituals, das den Übergang von der Kindheit zur Welt der Erwachsenen markiert. Mit Hilfe von Dornen oder Nadeln werden Muster in die Haut eingebracht, die sich von Familienclan zu Familienclan unterscheiden. Auch die neuseeländischen Tā Moko, die Gesichtstätowierungen der Maori, geben Auskunft über die Familienzugehörigkeit und soziale Stellung der Person. Jede Gesichtspartie ist bestimmten Informationen vorbehalten, so zeugt eine Tätowierung der Stirnmitte etwa von einem hohen Status. In Thailand sind sakrale Tätowierungen – Sak Yant genannt – weit verbreitet. Sie sollen ihre Träger vor Unglück bewahren und sie unterstützen, ein moralisch korrektes Leben zu führen. Tattoos haben auch in Japan eine lange Tradition, die erste Erwähnung stammt aus dem 3. Jahrhundert. Die Gestaltung folgt dabei einer besonderen Harmonie und Eleganz und zeichnet sich durch klar gegliederte Farbbereiche aus. Die Tattoos erstrecken sich oftmals über große Körperflächen und fügen sich zu einem zusammenhängenden Bild. Die Motive stellen häufig Themen traditioneller Holzschnitte oder mythologische Wesen dar, die besondere Eigenschaften des Trägers hervorheben sollen. Der Drache steht beispielsweise oft für Männlichkeit, Macht oder den Himmel. Da Tätowierungen von 1870 bis 1948 in Japan verboten waren, werden sie lange Zeit mit dem kriminellen Milieu der Yakuza, einer japanischem Mafia-Organisation, in Verbindung gebracht.

Verbreitung der Tätowierung in der westlichen Welt

Im 18. und 19. Jahrhundert prägen illustrierte Reiseberichte den Blick auf die fremden Kulturen in Übersee und wecken die Neugier für die damals exotischen Tätowierpraktiken. Das Wort Tattow aus dem polynesischen Sprachgebrauch findet Erwähnung in James Cooks Forschungsberichten über seine Expeditionen in die Südsee im 18. Jahrhundert. Durch die sehr beliebten frühen ethnografischen Zeichnungen und Stiche sowie später folgende Fotografien erfolgt eine Popularisierung der modernen Tätowierung in der westlichen Welt. Die Kunst des Tätowierens steht anfangs oftmals für das erotisierte Fremde und eine magisch-mythische, von Kulten und Riten begleitete Welt. Tattoos erleben in Europa und Amerika in der Zeit bis zum Ersten Weltkrieg eine Blütezeit. So sind selbst die Angehörigen der amerikanischen Oberschicht und nahezu aller europäischen Fürstenhäuser – einschließlich des Deutschen Kaiserhauses – tätowiert. In dieser Zeit gilt diese Form des Körperschmucks als Ausdruck von gutem Geschmack. Im 19. Jahrhundert bildet sich aber vor allem im Bürgertum eine ambivalente Haltung gegenüber der Tätowierung heraus. Faszination und Ablehnung liegen in der westlichen Tattoo-Geschichte folglich eng beieinander und begründen den Doppelcharakter der Tätowierung als Stigma und Auszeichnung.

Codes und Umdeutungen

Durch die Verbreitung des Tätowierens in verschiedenen gesellschaftlichen Schichten und Gruppierungen vervielfältigen sich im letzten Jahrhundert die Funktionen und Bedeutungen des Tattoos. Vor allem die Doppeldeutigkeit von Stigma und Auszeichnung zeigt sich symptomatisch im milieuspezifischen Umgang mit Tätowierungen. Während Seeleute und Soldaten mit exotischen Bildmotiven ihre Reisetätigkeit dokumentieren, entwickeln sich Tätowierungen im kriminellen Milieu regelrecht zu Erkennungszeichen. Im Kontext der aufkommenden Fahndungsfotografie erlangen sie bereits Anfang des 20. Jahrhunderts als erkennungsdienstliches Identifikationsmerkmal besondere Bedeutung. In russischen Gefangenenlagern werden im späten 19. Jahrhundert Tätowierungen und Brandmarkungen systematisch von staatlicher Seite eingesetzt, um Straftäter zu kennzeichnen. In der Folge unterlaufen russische Berufsverbrecher diese Form der Stigmatisierung jedoch mit ihren informellen Tätowierungen. Sie wandeln traditionelle Motive ab und entwickeln daraus einen geheimen Zeichencodex, der Gruppenzugehörigkeit, Verurteilungen oder den Rang in der kriminellen Hierarchie sichtbar macht. Auch für die stark tätowierten Mitglieder der lateinamerikanischen Gangs der Mara Salvatrucha und M-18 besitzen die auf der Haut zur Schau gestellten Schriftzüge und Symbole eine wichtige Erkennungs- und Gemeinschaftsfunktion. Der französische Fotograf und Filmemacher Christian Poveda hat sie dokumentiert. Die Arbeit des Österreichers Klaus Pichler spürt der gegenwärtigen Bedeutung von Gefängnistätowierungen nach und gewährt einen fotografischen Einblick in Formen der Haftbewältigung innerhalb des Strafvollzugssystems.

Frauen und Tattoos

Ein weiterer Aspekt der Ausstellung widmet sich mit zahlreichen Objekten dem Verhältnis von Frauen und Tattoos. Historische Fotografien zeigen schlaglichtartig die wechselhafte Geschichte von der Ausstellung stark tätowierter weiblicher Körper als Jahrmarktattraktion in den 1920er Jahren bis zu den Glamourgirls in den Varietés der 1960er Jahre. Die Ausstellung stellt ausgewählte Pionierinnen vor, die sich selbstbestimmt in dem von Männern dominierten Bereich behaupteten. Frauen sind mittlerweile nicht mehr aus der Tattoo-Kultur wegzudenken und spielen als Künstlerinnen eine wichtige Rolle in der zeitgenössischen Szene.

Tattoos in der zeitgenössischen Kunst

Das komplexe Bedeutungsspektrum spielt auch in der zeitgenössischen Kunst eine große Rolle. So beschäftigt sich etwa die Japanerin Fumie Sasabuchi in ihren skulpturalen und fotografischen Arbeiten mit dem Wechselspiel zwischen traditionellen Tattoo-Motiven der japanischen Yakuza und der Ästhetik westlicher Massenkultur. Auch Enrique Martys Skulpturen aus der Serie Art is Dangerous greifen auf die Yakuza-Ikonografie zurück, um in Verbindung mit der grotesken Anmutung der Figuren ironische Fragen nach der Rolle der Kunst und der Bedeutung von Tätowierungen aufzuwerfen. Der spanische Konzeptkünstler Santiago Sierra thematisiert in seiner filmischen Arbeit die Tätowierung aus gesellschafts- und kapitalismuskritischer Sicht. Er bezahlte Angehörige sozialer Randgruppen dafür, sich in einer Performance eine durchgehende Linie auf den Rücken tätowieren zu lassen. Mit der bewusst unsauber gesetzten Linienführung verweist er auf deren prekäre Stellung und die damit verbundene gesellschaftliche Stigmatisierung. Der polnische Künstler Artur Żmijewski setzt sich schonungslos und provokativ mit der Tätowierpraxis auseinander, die in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern betrieben wurde. Sein Video 80064, das in der Rezeption kontrovers diskutiert wird, zeigt den 92-jährigen Ausschwitz-Überlebenden Josef Tarnawa, den der Künstler zum Nachstechen seiner verblassenden Lagernummer überredet hat. Einerseits wird Tarnawa dadurch ein zweites Mal stigmatisiert, andererseits erhält die Nummer auf seinem linken Unterarm die Funktion eines schockierenden Mahnmals. Das aktive Erinnern, so Żmijewski, bewege sich heute oftmals in viel zu geordneten Bahnen. Das Brandmal und die unfreiwillige Tätowierung seien heute in der westlichen Tattoo-Geschichte in den Hintergrund gerückt, die Praktiken während des Zweiten Weltkrieges blieben aus Sicht des Künstlers jedoch in tiefer Erinnerung.

Die Spannung zwischen dem Tattoo als Kunstwerk und seiner Existenz auf der „lebendigen Leinwand“ thematisiert etwa der belgische Konzeptkünstler Wim Delvoye. In der Ausstellung ist das tätowierte Hausschwein Donata zu sehen, das der Künstler 2005 auf seiner chinesischen „Art Farm“ unter Narkose und mit Hilfe mehrerer professioneller Tätowierer verzieren lässt. Delvoye stellte es als lebendiges Kunstwerk und, nach dessen Tod, in präpariertem Zustand aus. Die zweite in der Ausstellung gezeigte Arbeit von Delvoye nimmt diesen Gedanken auf und artikuliert kritische Fragen nach Wertvorstellungen im Kunstmarkt, Macht und Verfügungsrecht über den menschlichen Körper als Kunstobjekt: Der Schweizer Tim Steiner lässt sich zwischen 2006 und 2008 ein Werk des Belgiers auf den Rücken tätowieren. 2008 wurde es von einem Hamburger Kunstsammler angekauft, der so das Recht erwarb, das Werk Tim als Leihgabe weiterreichen, veräußern, vererben und die Haut nach dem Tod konservieren zu dürfen. Seither wird diese Arbeit international kontrovers diskutiert. In der Hamburger Ausstellung ist er am 11. und 12. April sowie am 27. und 28. Juni 2015 zu sehen.

Der Stich unter die Haut fordert dieselbe ästhetische Vorstellungskraft und Sorgfalt, dasselbe handwerkliche Geschick und Wissen über Materialien und Farbgebrauch wie andere gestalterischen Verfahren. Die zeitgenössische Tätowier-Szene entwickelt die Sprache der klassischen Tattoos weiter und erneuert das Medium. Ein Projektion zeigt in der Ausstellung herausragende internationale Arbeiten unterschiedlichster Stilrichtungen.

Tattoo ist eine Produktion des Gewerbemuseum Winterthur, Schweiz, kuratiert von Susanna Kumschick, und wird erstmals in Deutschland gezeigt.

Für die Ausstellung im MKG entsteht ein vielfältiges Rahmenprogramm in Zusammenarbeit mit Hamburger Tätowierer/innen und Grafikdesigner/innen. Es erscheint ein kostenloses 36-seitiges Booklet in Deutsch und Englisch.